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Zertifikatskurs

Kinder und Angehörige von Inhaftierten stärken und informiert begleiten

Basisqualifikation für Fachkräfte in Jugendhilfe, Beratung und sozialen Diensten | berufsbegleitend, praxisnah, zertifiziert

Souverän auftreten. Verständlich sprechen. Wirkungsvoll präsentieren.

In Deutschland sind jährlich rund 100.000 Kinder von der Inhaftierung eines Elternteils betroffen. Sie gehören zu den am stärksten belasteten und zugleich am wenigsten beachteten Zielgruppen im Hilfesystem. Soziale Stigmatisierung, Scham, finanzielle Unsicherheit und der Verlust einer wichtigen Bezugsperson prägen ihren Alltag — und bleiben im professionellen Umfeld oft unsichtbar.

Viele Fachkräfte begegnen dieser Zielgruppe, ohne es zu wissen. Es fehlt an Wissen, an Handlungssicherheit und an einer Haltung, die Betroffene ohne Vorverurteilung wahrnimmt. Diese berufsbegleitende Qualifikation schließt genau diese Lücke: Sie vermittelt systematisch Basiswissen über den Strafvollzug, sensibilisiert für die Lebenswelten betroffener Kinder und ihrer Familien und stärkt die professionelle Handlungskompetenz im Gespräch mit Kindern und Angehörigen.

Mit einem JVA-Besuch als zentralem Erfahrungsbaustein, Online-Modulen und Präsenzterminen verbindet die Qualifikation theoretische Grundlagen mit gelebter Praxisrelevanz — und das in einem Format, das sich in den Berufsalltag integrieren lässt.

Campus 3L gGmbH
Zweifalltorweg 12
64293 Darmstadt

8 Module | berufsbegleitend

Präsenz


03.09.2027

Fachkräfte in Jugendhilfe, Beratung, Justiz, Schule, Kirche

Die Anmeldung umfasst alle Seminartage.


mind. 6, max. 10 Personen


4009-27

Diese Qualifikation befähigt Fachkräfte, Kinder inhaftierter Eltern und deren Familien professionell, informiert und haltungssicher zu begleiten. Sie schafft Rechtssicherheit, stärkt die Handlungskompetenz im Gespräch mit Betroffenen und zeigt das Spannungsfeld zwischen Strafvollzug und Kinder- und Jugendhilfe auf. Ziel ist ein verstetigbarer Standard in der Begleitung dieser oft unsichtbaren Zielgruppe.

  • Lebenswelten, Belastungen und Diskriminierungsrisiken von Kindern inhaftierter Eltern
  • Strukturen und Abläufe des hessischen Strafvollzugs sowie Kontakt- und Besuchsmöglichkeiten
  • JVA-Besuch als konkreter Erfahrungsbaustein
  • Forschungsbefunde zur Perspektive inhaftierter Eltern und Elternschaft im Strafvollzug
  • Professionelle Haltung, Selbstreflexion und Anti-Bias-Arbeit
  • Rechtliche Grundlagen, Gesprächsführung mit Kindern und Angehörigen, Beratungsansätze und Transfer
  • Sie kennen die Lebenssituation und besonderen Belastungen von Kindern inhaftierter Eltern
  • Sie ordnen Strukturen und Abläufe des Strafvollzugs in Ihre Beratungs- und Begleitungsarbeit ein
  • Sie reflektieren Ihre eigene Haltung und Vorannahmen gegenüber dieser Zielgruppe
  • Sie wenden relevante Rechtsgrundlagen aus Kinder- und Jugendhilfe und Kinderrechtskonvention an
  • Sie führen altersgerechte Gespräche mit Kindern über das Thema Inhaftierung
  • Sie handeln in typischen Beratungssituationen sicher und kennen die Grenzen Ihrer professionellen Rolle

Die Qualifikation verbindet theoretische Module mit direkten Praxiserfahrungen: Ein JVA-Besuch ermöglicht ein konkretes Verständnis von Inhaftierung aus erster Hand. Fallarbeit und Übungen in Modul 8 sichern den Transfer in herausfordernde Praxissituationen. Eine begleitende Kursplattform unterstützt das individuelle Erarbeiten der Inhalte zwischen den Präsenz- und Online-Terminen.

Für wen ist dieses Seminar geeignet?

Fachkräfte und Multiplikatorinnen sowie Multiplikatoren, die in der Begleitung, Beratung oder Betreuung von Kindern, Jugendlichen und Familien tätig sind oder sich darauf vorbereiten.

Das Angebot richtet sich insbesondere an Mitarbeitende in Jugendämtern und sozialen Diensten, in Erziehungs-, Familien- und Lebensberatungsstellen, in Justizvollzugsanstalten und justiznahen Diensten, in der stationären und ambulanten Kinder- und Jugendhilfe sowie in Schulen, Kitas, Seelsorge, Kirchen und Gemeinden. Vorkenntnisse zum Thema Strafvollzug sind nicht erforderlich.

Die Qualifikation steht auch Studierenden der Sozialen Arbeit, Kindheitspädagogik, Inclusive Education, Erziehungswissenschaften, Psychologie, Diakonik und Religionspädagogik offen. Studierende der Evangelischen Hochschule Hessen können sich für eine kostenfreie Teilnahme bewerben.

Termine

Termine

Uhrzeit

Ort

01. Oktober 2027

10:00 Uhr – 17:30 Uhr

18. bis 22. Oktober 2027

Details folgen

29. Oktober 2027

09:00 Uhr – 10:30 Uhr

12. November 2027

09:00 Uhr – 12:15 Uhr

15. November 2027

10:00 Uhr – 17:30 Uhr

01. bis 15. Dezember 2027

2 UE

Ende Januar 2028

Details folgen

14. Februar 2028

10:00 Uhr – 17:30 Uhr

Häufig gestellte Fragen

Sind Vorkenntnisse zum Thema Strafvollzug erforderlich?

Nein. Der Einstieg ist bewusst niedrigschwellig gestaltet. Die Qualifikation vermittelt alle notwendigen Grundlagen systematisch und ist ohne Vorkenntnisse zugänglich.

 

Ja. Studierende der Evangelischen Hochschule Hessen können sich für eine kostenfreie Teilnahme bewerben. Erforderlich sind ein kurzes Motivationsschreiben und die Bereitschaft, im Anschluss einen Reflexionsbericht zu verfassen. Die kostenfreien Plätze sind begrenzt. Bewerbung an: info@campus-lll.de.

 

Im Rahmen des ersten Durchlaufs wird die Qualifikation zu einem Sonderpreis von 999 € angeboten. Im Anschluss beträgt die reguläre Seminargebühr 1.450 €.

 

Sie erhalten ein Teilnahmezertifikat von Campus 3L — EHH Weiterbildung, ausgestellt in Kooperation mit dem Netzwerk Kinder von Inhaftierten Hessen und AKTION — Perspektiven für junge Menschen und Familien e.V.

 

Die Qualifikation kombiniert Präsenztermine, einen JVA-Besuch und Online-Module. Eine begleitende Kursplattform ermöglicht das individuelle Erarbeiten der Inhalte und macht das Angebot berufsbegleitend möglich.

Ihre Seminarleitung

Die Qualifikation wird gemeinsam getragen von:

Netzwerk Kinder von Inhaftierten Hessen (KvI-Hessen)
Die Landesfachstelle für Kinder von Inhaftierten in Hessen. Teil der Bundesinitiative Netzwerk KvI, getragen vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, dem Hessischen Ministerium für Familie sowie dem Hessischen Ministerium der Justiz in Kooperation mit AKTION und der Auridis Stiftung gGmbH.

AKTION | Perspektiven für junge Menschen und Familien e.V.
Beratung, Begleitung und Betreuung für junge Menschen und Familien.

Evangelische Hochschule Hessen (EHH) | Campus 3L
Wissenschaftliche Fundierung und Qualitätssicherung der Basisqualifikation.

Die Seminarleitung der einzelnen Module wird noch bekannt gegeben.

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Campus 3L

Die Seminarräume der Campus 3L gGmbH liegen in unmittelbarer Nähe zum Darmstädter Hauptbahnhof innerhalb der Evangelischen Hochschule Hessen (Zweifalltorweg 12 | 64293 Darmstadt). Die Seminarräume befinden sich hinter dem Mitarbeitendenparkplatz der EHH. Im Lageplan ist das Gebäude dunkellila gekennzeichnet.

Anreise mit der Bahn:
Sie verlassen den Bahnsteig über Treppe oder Aufzug. Oben angekommen wenden Sie sich dem Ausgang nach rechts zu und gehen im Erdgeschoss nach links. Bis zur EHH sind es ca. fünf Gehminuten.

Anreise mit dem Auto:
Der Autobahnanschluss (A5 | A67) liegt nur wenige Autominuten entfernt.
Parkmöglichkeiten gibt es am Bahnhof (Poststraße 12) sowie auf der Seite der EHH im Parkhaus in der Robert-Bosch-Straße 15.

Hinweis: Durch eine Großbaustelle in Bahnhofsnähe kommt es immer wieder zu Änderungen der Verkehrsführung.